Jan
08
2009

Edle Weine - Luxus im Glas - Eine Einführung

Um sich dem Thema Luxus-Weine nähern zu können muss man zunächst verstehen was Luxus überhaupt ist.

Unter dem Begriff Luxus versteht man Aufwendungen, Ausstattungen oder auch Verhaltensweisen, die über das übliche Maß, also den üblichen Standard, hinausgehen. Als Standard versteht man, dass in einer Gesellschaft notwendige und teils auch sinnvolle Maß and Aufwendung, Ausstattung oder auch Verhaltensweisen.

An diesem Punkt stellt sich die Frage, wie sich diese Definitionen auf das Thema und das Produkt Wein übertragen lassen.

Um eine Flasche Wein in ihrer Beschaffenheit messen zu können, spricht die Fachliteratur von der inneren und äußeren Produktqualität. Unter der inneren Produktqualität versteht man die Qualität des Weines (Weinqualität) selbst. Die äußere Produktqualität ist die Flasche mit Etikett und Verschluss etc. selbst, also nur das Behältnis ohne den Wein als Inhalt.

Laut der obigen Definition des Begriffes Luxus muss es zunächst einen Standard an Wein (Weinstandard) geben, der das übliche und notwendige Maß beim Produkt Wein widerspiegelt. Erst mit dieser Basis wird ersichtlich, was über dieses Maß hinaus geht und somit als Luxus oder Überfluss bezeichnet werden kann.

Beginnen wir zunächst mit der bereits erläuterten inneren Produktqualität:

In Deutschland gibt es ein eigenes Weinrecht, das sich auf das EU-Weinrecht stützt. In diesem Weinrecht ist das für deutsche Weine gültige Qualitätsstufensystem definiert. Dieses Qualitätsstufensystem unterscheidet Weine nicht nach Traubensorte, sondern in die Kategorien Tafelwein, Landwein, Qualitätswein und Qualitätswein mit Prädikat (Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein). Laut dem EU-Recht gibt es noch die weitere Qualitätsstufe „Qualitätswein garantierten Ursprungs (QgU)“. Diese Qualitätsstufe ist jedoch nicht überall eingeführt (zum Beispiel nicht in Bayern). Diese Einteilung der Weine nach dem Qualitätsstufensystem findet unter Voraussetzung des festgesetztem Mostgewichts, der Herstellung nur aus klassifizierten Reborten, korrekter Eintragung in das Herbstbuch und Weinbuchführung sowie der Abgabe aller Meldungen statt.

Die Stufe Qualitätswein mit Prädikat unterscheidet nochmals Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein.

Manche Weine haben aufgrund Ihres Markennamens oft einen für den Normalverbraucher unerschwinglichen Preis. Oft entsprechen diese Weine von der inneren Produktqualität aus gesehen auch nur einem normalen Qualitätswein. Hier steckt der Luxus nicht im Wein selbst, sondern nur im Image des Produktnamens, der Marke bei Markenweinen und eventuell in der äußeren Produktqualität.
Für die äußere Produktqualität einer Flasche gibt es jedoch kein im Gesetz verankertes Qualitätsstufensystem anhand dessen man die Qualität einer Glasflasche mit Etikett und Verschluss messen könnte. Die Branche geht hier nach Aussehen (Design und Material des Etiketts, Flaschenform usw.) und Gewicht (Glasdicke usw.) einer Flasche.

Schwere und modern aussehende Weinflaschen verursachen den Winzern und Oenologen in der Regel ein Vielfaches mehr an kosten als z.B. eine einfache Weinflasche aus polnischem Leichtglas.
Bei derart schweren Weinflaschen könnte man von Luxus und Luxusweinen sprechen.
Aber auch bei den Verschlussarten gibt es derartige Unterschiede. Ein günstiger Presskorken kostet nur einen Bruchteil dessen, was ein langer Naturkorken (Weinkorken) bester Qualität kostet.

Gerade bei dieser Thematik wird bestätigt, dass teuer nicht immer gut sein muss. Viele namenhafte Weinbauern greifen heute zu eine der günstigsten aber dafür besten Varianten der Verschlusstypen. Dies ist der Dreh- oder auch Schraubverschluss genannt. Heutzutage verwenden diese Winzer nicht mehr den einfachen Drehverschluss, den man von Wasserflaschen kennt, sondern den Verschluss mit dem Namen Stelvin oder auch Stelvin-Lux.

Hier ist der günstigste Verschluss zum gestalteten Luxusindikator geworden, denn diese neue Variante der Drehverschlüsse sichern langfristig die Weinqualität, ohne dass der Konsument also der Kunde den nicht erwünschten Korkgeschmack fürchten muss.

Der Drehverschluss wird jedoch von dem eleganten, neu entwickelten Glasverschluss noch übertroffen.
Der Glasverschluss (Vinolok) ist erst seit ein paar Jahren auf dem Weinmarkt und gehört schon bei vielen Produzenten zum guten Ton eines jeden Premium-Weines.

Der Glasverschluss ist auch von seiner Beschaffenheit ein echtes Luxusprodukt, denn er ist viel schwerer als seine Konkurrenten und auch wesentlich teuerer für den Winzer im Einkauf.
Alles in allem ist zu sagen, dass ein echter Luxuswein sich bei Beachtung der ursprünglichen Definition des Wortes Luxus aus der inneren und äußeren Produktqualität zusammen setzt.
Luxus ist auch beim Produkt Wein eben eine Ansichtssache und schwer zu definieren, da Luxus subjektiv wahrgenommen wird.

Written by admin in: Lebensmittel, Lifestyle, Wein | Tags:

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